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10 Fragen an ... eine Serie von 7 Porträts




ÜBER DIE GESELLSCHAFT
Die Gesellschaft ist in Bewegung. Sie ändert sich immer wieder, Tag für Tag. Wirtschaftliche, demographische und soziale Unterschiede zwischen Nord und Süd, West und Ost, internationale Arbeitsplatzangebote, aber auch politische oder religiöse Unterdrückung, Kriege und ökologische Katastrophen haben viele Wanderungsbewegungen verursacht, von denen alle Kontinente betroffen sind. Dadurch sind Gesellschaften entstanden, die weder in sprachlicher noch in nationaler oder ethnischer Hinsicht homogen sind.

FREMDE SEIN / ÜBER VERTRAUEN UND TOLERANZ
In Deutschland wird die Präsenz von migrantischen Kulturen im Stadtraum immer öfter als „normal“ wahrgenommen. Integration ist ein Prozess mit sehr vielen Dimensionen und feinen Verästelungen in dem alle Gesellschaftsmitglieder sich bemühen ihr Leben nach eigenen Vorstellungen aufzubauen. Soziale Anerkennung, Respekt, Vertrauen und Toleranz sind unverzichtbare Grundlagen einer humanen Existenz. Die Auseinandersetzung zwischen Fremden und Vertrauten bietet beiden Seiten einen Perspektivwechsel der die eigene Wahrnehmung erweitert und einen Dialog über kulturelle Werte schafft.

In Thüringen repräsentieren Ausländer 2,3% der Bevölkerung. Im  Rahmen der Sonderausschreibung zum Thema „Vertrauen und Toleranz“ habe ich sieben Porträts von Menschen, die in anderen Ländern geboren sind und in Thüringen wohnen, realisiert. In diesem Projekt geht es mir nicht darum ein bekanntes Thema erneut zu kommentieren. Ich möchte Geschichten erzählen: Die Porträts sollen auf poetische Art und Weise ein Zeugnis über die Erfahrungen von Ausländern in Thüringen liefern.

10 FRAGEN AN... EINE SERIE VON 7 PORTRÄTS
Ich habe sieben Personen ausgesucht, die ich im Lauf des Jahres 2013 porträtiert habe: Agnés, Akiko, Alaa, Helena, Johanna, Maxim, Tobi. Es sind Frauen und Männer im Alter zwischen 28 und 52 Jahren, die in England, Ukraine, Frankreich, Marokko, Peru, Japan und Sibirien geboren sind. Sie wohnen in verschiedenen Städten Thüringens und haben unterschiedliche Berufe. Auf den Fotografien sind die sieben Personen in verschiedenen Alltagssituationen repräsentiert, jedoch nicht als klassisches Frontalporträt sondern in Nahaufnahmen, mit Perspektivwechseln, um verschiedene Facetten zu dokumentieren. Es sind auch Räume und persönliche Objekte gezeigt. Parallel, habe ich kleine Interviews geführt, die aus verschiedenen Fragen bestehen. Die Fragen sind für alle Beteiligten gleich gewesen. Passend zum Thema „Vertrauen und Toleranz“, ist jeder auf diese Weise eingeladen seine Meinung zu äußern.

In einem A4-Heft sind Farbfotos und Interviews zusammen gefügt. Das Heft ist auf ein dünnes mattes Papier gedruckt. Durch diese Ästhetik spiele ich mit der Bedeutung des Objekts: ich nutze das Medium Zeitung als künstlerische Ausdrucksform. Kunst und Zeitung begegnen sich in ihrem Bedürfnis zur Nachfrage, zur Klärung. Der Anspruch, die Realität möglichst authentisch abzubilden − objektiv oder subjektiv − verbindet Zeitungsarbeit und künstlerisches Schaffen. Ich wählte für mein Projekt bewusst diesen ungewöhnlichen Kommunikationsweg und verteilte die Hefte in Thüringen, um auch ein Publikum außerhalb der Kunstszene zu erreichen.

In der Reihe: „Raumstation 1 – the alien isnīt the enemy“, der Galerie HAMMERSCHMIDT + GLADIGAU in Erfurt, ist das Projekt gezeigt worden unter dem Titel „7 Porträts“.

Danke an: Felix Lindner, Marie-Luise Leonhardt-Feijen, Rolf und Steffi Lindner.
Danke auch an: Dirk Teschner, Monique Förster, Vera Niedermeier und Roberto Franzetti.
BESONDEREN DANK AN: Agnés, Akiko, Alaa, Helena, Johanna, Maxim, Tobi.
Das Projekt wurde ermöglicht durch:


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